Gartenreisen im In- und Ausland sind eine Quelle der Inspiration und des Lernens. Sie erweitern den Blick und führen zu Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen.
GÄRTNER GRAF stellt hier Orte vor, die ihn besonders beeindruckt haben und deren Besuch lohnt.
Hortvs – vom Gelände zum Konzept
HORTVS: EIN GARTEN WÄCHST UND PASST SICH AN
Vom Grundstück zum Garten

2005 fand Peter Janke ein verwildertes Grundstück mit Wiesen und Brombeerbewuchs. Daraus entstand ein vielschichtiger Garten: Wassergarten mit Teichen, Kiesgarten auf sandigem Boden und ein schattiger Waldgarten unter alten Bäumen. Eine Zypressenallee führt zum Haus, umgeben von klar gestalteten Gartenräumen.

Besuchen und entdecken
Seit rund 20 Jahren öffnet Janke seinen Garten regelmäßig für Besucher. Bei Führungen lässt sich das etwa 14’000 m² große Gelände intensiv erleben.

Die Lage überrascht: Nur wenige hundert Meter vom Autobahnkreuz Hilden bei Düsseldorf entfernt, wirkt der Garten wie eine eigene Welt. Ergänzt wird das Erlebnis durch einen kleinen Shop sowie eine Staudengärtnerei mit sorgfältig ausgewählten Pflanzen.
Gestaltungsidee
Trotz fundierter Theorie wirkt der Garten nie wie eine Pflanzenausstellung. Stattdessen entstehen atmosphärische Räume mit überraschenden Details – ein anschauliches Lehrstück moderner Gartengestaltung. Der Garten ist ganzjährig attraktiv und nachhaltig konzipiert. Gleichzeitig wird er kontinuierlich an den Klimawandel angepasst.

Standort als Chance

Die besondere Qualität des Gartens liegt in den unterschiedlichen Bodenverhältnissen. Der Rhein hinterließ hier sowohl sandige, trockene Bereiche als auch lehmige, feuchte Zonen mit einer Quelle. So gedeihen je nach Standort sehr unterschiedliche Pflanzengesellschaften. Typisch ist das «Layering», das Pflanzen in Schichten Diese Methode sorgt für dichte, lebendige Strukturen, die nicht nur ästhetisch überzeugen, sondern auch langfristig stabil bleiben.
Pflanzenvielfalt durchs Jahr
Die Pflanzenauswahl ist außergewöhnlich vielfältig und auf unterschiedliche Standorte abgestimmt. Früh im Jahr setzen Krokusse und Traubenhyazinthen erste Akzente, gefolgt von Stauden wie Primeln und Lenzrosen.

Im Sommer übernehmen Iris, Zierlauch und filigrane Blütenstauden die Bühne, bevor Gräser und Astern den Spätsommer prägen. In den schattigen Bereichen beginnt das Wachstum oft schon im Winter, etwa mit Alpenveilchen und Aronstab. Bis in den Herbst hinein sorgen Gräser und Anemonen für Struktur und Bewegung.

Der Gestalter
Peter Janke zählt zu den international renommierten Gartengestaltern und Pflanzenspezialisten. Geprägt durch die Gärtnerei seiner Großmutter und die floristische Arbeit seiner Mutter, vertiefte er sein Wissen später in England.

Besonders prägend war die Zusammenarbeit mit Beth Chatto, einer Pionierin standortgerechter Pflanzenverwendung. Zurück in Deutschland entwickelte Janke eine eigene Handschrift, die gestalterische Klarheit mit tiefem Pflanzenwissen und ökologischen Zusammenhängen verbindet.
