Gartenreisen im In- und Ausland sind eine Quelle der Inspiration und des Lernens. Sie erweitern den Blick und führen zu Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen.
GÄRTNER GRAF stellt hier Orte vor, die ihn besonders beeindruckt haben und deren Besuch lohnt.
Nachtigallenhof – Vom Hof zum Gartenparadies
Nachtigallenhof – Wo einst Weihnachtsbäume wuchsen
Ein Traum wächst heran
Als die heutigen Besitzer im August 2005 erstmals das verwilderte Gelände in Wallertheim betraten, stand ihr Entschluss schnell fest: Hier sollte ein Ort entstehen, an dem Garten, Landwirtschaft und Natur miteinander verbunden sind.

Auf rund 18’000 m² entstanden zunächst Obstwiesen, Gemüsebeete und eine kleine Tierhaltung. Erst mit den Jahren entwickelte sich daraus ein naturnaher Staudengarten, der heute das Herzstück des Nachtigallenhofs bildet.
Besuchen und entdecken
Seit 2018 ist der Nachtigallenhof Teil der «Offenen Gärten Rheinhessen» und lädt Besucher:innen regelmäßig ein. Neben dem weitläufigen Garten gehören eine kleine Gärtnerei, Obstwiesen, Gemüseflächen und ein gemütliches Garten-Café zum Hof.

Karte: GoogleMaps
Die Verbindung aus Gartenkultur, nachhaltiger Landwirtschaft und ländlicher Atmosphäre macht den besonderen Reiz dieses Ortes aus.
Gestaltung mit dem Standort
Im Mittelpunkt steht ein großzügiger Staudengarten mit robusten, standortgerechten Pflanzen für sonnige und schattige Bereiche. Die Pflanzungen orientieren sich konsequent an den natürlichen Bedingungen des Standorts.

Besonders bemerkenswert ist das größte Sonnenbeet, das selbst während trockener Sommer ohne zusätzliche Bewässerung auskommt und damit beispielhaft für klimaangepasstes Gärtnern steht.
Nachhaltigkeit als Grundlage
Der Garten ist Teil eines ganzheitlichen Hofkonzepts, bei dem möglichst geschlossene Kreisläufe angestrebt werden. Obst, Gemüse, Tiere und Stauden ergänzen sich gegenseitig.

Auf chemische Pflanzenschutzmittel und künstliche Dünger wird konsequent verzichtet. Auch die Geflügelhaltung folgt diesem Gedanken: Kleine Tiergruppen, viel Auslauf und natürliche Aufzucht stehen im Mittelpunkt.

Pflanzen und Ernte
Die Staudenpflanzungen sorgen vom Frühjahr bis in den Herbst für wechselnde Blütenbilder und strukturreiche Gartenräume. Ergänzt werden sie durch Obstwiesen und einen Gemüsegarten, in dem je nach Jahreszeit unter anderem Bohnen, Karotten, Mangold, Kohlrabi oder Rote Bete wachsen.

Angebaut wird, was unter den trockenen Bedingungen Rheinhessens zuverlässig gedeiht und ohne künstliche Hilfsmittel auskommt.
Die Gärtner
Markus Gaißl wuchs in Rheinhessen auf und lebt bis heute in der Region. Beruflich arbeitet er als Diplom-Psychologe und Psychotherapeut in einer Justizvollzugsanstalt.

Fotos: Garten XXXL/WDR
Seine Leidenschaft für Gärten entdeckte er gemeinsam mit seinem Ehemann Mark Ehrbrecht während einer Gartenreise nach Südengland im Jahr 1999. Gemeinsam entwickelten sie mit viel Geduld und Ausdauer den heutigen Nachtigallenhof – einen Garten, der naturnahe Gestaltung, nachhaltige Landwirtschaft und große Pflanzenleidenschaft miteinander verbindet.
