Mit mehr Wissen hast du in deinem Garten mehr Erfolg. Doch dafür musst du kein Profi sein. Ein paar Tipps und Tricks führen oft schon zu einem erfreulichen Resultat.

GÄRTNER GRAF zeigt in einzelnen Schritten in Wort und Bild, wie es geht.

Sommerschnitt

Viele Vorteile durch einen richtigen, gezielten Rückschnitt.

STEP No 1

Schneidest du mehrjährige krautige Blumen unmittelbar nach dem Abblühen tief zurück, bilden diese Pflanzen bereits nach zwei bis drei Wochen wieder neues schönes Laub. Zudem wird dein Fleiß nicht selten mit einem zweiten Blütenflor im Spätsommer belohnt. Besonders oft blühen folgende Arten ein zweites Mal: Rittersporn (Delphinium), Katzenminze (Nepeta), Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) und Schafgarbe (Achillea).

STEP No 2

Möchtest du nicht, dass sich Pflanzen aussäen und sich zu stark in deinem Garten ausbreiten, entfernst du jetzt deren Samenstände. Dieser gezielte Rückschnitt ist bei mehrjährigen Arten wie Frauenmantel (Alchemilla), Lupinen (Lupinus) und Dreimasterblume (Tradescantia) sinnvoll. Bei kurzlebigen Pflanzen, die sich durch Selbstaussaat erhalten, solltest du die Samenstände hingegen unbedingt stehen lassen. Beispiele hierfür sind Akelei (Aquilegia), Fingerhut (Digitalis) und Stockmalven (Alcea).

STEP No 3

Sind deine Lavendel am Verblühen, schneidest du alle verwelkten Blütentriebe und Triebspitzen mit der Heckenschere um ca. ein Drittel zurück. Lass dabei möglichst die Zweige mit den älteren Blättern stehen. Dank des Rückschnitts bilden die Pflanzen kompakte, dichte Polster, stecken keine unnötige Kraft in die Samenbildung und erfreuen dich im frühen Herbst mit vereinzelten Blüten.

STEP No 4

Rosen schneidest du unmittelbar nach dem ersten Blütenflor. So ermöglichst du einen schnellen zweiten Flor und verjüngst deinen Rosenstrauch. Schneide unterhalb der alten Blüte, kurz über dem nächsten fünfblättrigen Trieb. Schwache Triebe stutzt du stärker zurück, da deine Rose so neue kräftige Triebe bildet, die wieder üppig blühen.

STEP No 5

Eine streng geformte Hecke musst du mindestens einmal im Jahr schneiden. Am besten erledigst du diese Arbeit an einem nicht zu heißen und bedeckten Tag im August. Es ist egal, ob du von Hand oder mit einer elektrischen Heckenschere arbeitest. Der Schnitt wird aber mit einer maschinellen Schere meist genauer und gleichmäßiger. Achte darauf, dass deine Hecke eine konische Form erhält, das heißt zur Krone hin schmaler wird – eine Schablone oder eine Schnur hilft dir dabei.

STEP No 6

Auch deinen Obstbäumen tut ein Schnitt im August gut, wenn die Endknospen an der Triebspitze voll entwickelt sind und du die Früchte geerntet hast. Du bremst damit die Wuchskraft und förderst den Blüten- und Fruchtansatz für das nächste Jahr. Zudem verschließen sich zu dieser Jahreszeit die Wunden rascher, da die Bäume im Saftfluss stehen. Beim Sommerschnitt entfernst du alle zu dicht stehenden, ins Kroneninnere oder steil nach oben wachsenden Langtriebe.

STEP No 7

Sommertragende Himbeeren schneidest du ebenfalls am besten Anfang August. Du kannst die alten Ruten, welche Früchte getragen haben, zu diesem Zeitpunkt am besten erkennen. Entferne diese komplett und möglichst bodennah. Von den jungen Trieben lässt du acht bis zehn Stück pro Meter stehen und befestigst sie an einem Drahtgerüst.

Illustrationen: Tetiana Bukhinska

ACHTUNG

Übertreibe nicht beim Sommerschnitt der Gehölze. Ein zu starker Rückschnitt zerstört den Lebensraum von Vögeln und Insekten. Im Sommer erfolgt oft noch die Aufzucht von Jungtieren und bei Insekten die Ablage von Eiern und die Verpuppung. Zudem mögen nicht alle Pflanzen einen Rückschnitt während der Vegetationszeit: Insbesondere der Eisenhut (Aconitum) treibt nicht mehr aus und Prachtspieren (Astilben) bilden nur zögerlich neues Laub. Und bei Nadelgehölzen verschließt die Schnittwunde im Winter besser, weil das antibakteriell wirkende Harz dann dickflüssiger ist.

PRAXISTIPP

Verwende gut geschärftes Werkzeug. Quetschungen und Ausfransungen durch stumpfes Werkzeug behindern die Wundheilung von Gehölzen. Mit glatten, sauberen Schnittflächen hingegen erschwerst du es Schädlingen, Pilzen und Bakterien ins Pflanzeninnere einzudringen. Beachte beim Rückschnitt auch deine Sicherheit: Sichere deine Leiter gut und trage Handschuhe, um deine Hände zu schützen.  

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