Schädlings- und Krankheitsbefall ist oft ein Anzeichen, dass sich die Pflanze nicht wohlfühlt. Der Standort passt ihr nicht oder sie wird falsch gepflegt. Wir Gärtner:innen müssen deshalb die Ansprüche der Pflanzen wie auch die Schädlinge und Krankheiten kennen.

GÄRTNER GRAF bringt uns dieses Wissen aus der Sicht unseres FEIND.BILDES näher.

Blattlaus

Foto: Aba Donian/iStock
Mein Name

BLATTLAUS
Aphidoidea

Ich gehöre zur Familie der Pflanzenläuse und lebe seit 200 Millionen Jahren auf der Erde. Ich habe ungefähr 800 Verwandte in Mitteleuropa. Zwar bin ich nur ca. 1 mm klein, doch die von mir erzeugten Ertrags- und Qualitätsverluste bei Gemüsen, Früchten und Zierpflanzen sind riesig.

Wie ich lebe


Foto: Tomasz Klejdysz/iStock

Meist findest du mich im Schatten, also auf der Blattunterseite. Gerne halte ich mich auch in der Nähe von Blüten- und Blattansätzen auf, da dort das Gewebe weicher ist und ich geschützt bin. So komme ich mit meinem Stechrüssel besser an den zuckerhaltigen Pflanzensaft heran. Ich vermehre mich, indem ich meine Eier an die Pflanze lege oder gebäre gleich direkt meine lebenden Nachkommen. Überwintern tue ich im Ei-Stadium auf meinen Wirtspflanzen.

Was ich liebe

Fast alle Zierpflanzen und Gemüsearten sind auf meinem Speiseplan. Besonders mag ich Rosen, aber auch auf Apfel- und Birnbäumen lebe ich gerne. Ist es warm und die Luft trocken, vermehre ich mich sehr schnell. Häufig lebe ich mit meinen Ameisenfreunden zusammen. Sie helfen mir, mich zu verbreiten, und schützen mich vor Fressfeinden. Im Gegenzug dürfen die Ameisen meinen Honigtau verwerten, den ich ausscheide. 

Was ich nicht mag

Gute Gärtner:innen, die ständig ihre Pflanzen beobachten, sind mir ein Graus. Sie versorgen ihre Lieblinge optimal mit Wasser und Nährstoffen. Für mich wären dagegen zu große Wasser- und Stickstoffgaben von Vorteil: Sie machen das Pflanzengewebe weicher und ich könnte so mit meinem Mundwerkzeug leichter an meine Nahrungsquelle kommen. Zudem bemerken mich solche Gärtner:innen meist sofort und spritzen mich mit einem scharfen Wasserstrahl ab. Am schlimmsten ist, wenn sie Florfliegen- oder Marienkäferlarven fördern oder gar willentlich ausbringen, damit diese mich fressen.


Harlekin-Marienkäfer legt Eier – Foto: Clark Warren/iStock

Wie Du mich vertreibst

Ich gelte als wichtigster tierischer Überträger von Pflanzenviren. So sind die von mir direkt erzeugten Schäden oft nicht so dramatisch wie die Auswirkungen der von mir verbreiteten Viruskrankheiten. Deshalb werde ich meist rasch mit Milch, seifigen Lösungen oder Brennnesselsud vertrieben. Chemische Pflanzenschutzmittel werden zum Glück nur noch selten gegen mich verwendet, da meist auch andere Insekten bei deren Einsatz geschädigt werden. 

Erste Hilfe !

Bist du ratlos? Benötigst du Unterstützung? Melde dich beim Gartencenter in deiner Nähe. Sie kennen sich aus mit wilden Tieren und kranken Pflanzen in deinem Garten.