Wie überall sorgen Fachbegriffe auch im Garten für Klarheit – allerdings nur, wenn wir diese besonderen Wörter kennen und ihre Bedeutung verstehen.
GÄRTNER GRAF erklärt dir wichtige gärtnerische Begriffe und hilft dir, im Fachjargon mitzureden.
Reaktionsholz

- Als Reaktion auf äußere Einflüsse wie Wind oder Schwerkraft bildet der Stamm sogenanntes Reaktionsholz. Dieses besteht aus asymmetrischem, anomalem Holzgewebe mit elliptischer Struktur.
— - Reaktionsholz tritt typischerweise bei schräg gewachsenen Stämmen auf, kommt aber auch in horizontalen Ästen vor. Es ist ein Beispiel für die mechanische Anpassungsfähigkeit von Gehölzen.
— - Bei Laubgehölzen wird Reaktionsholz als Zugholz bezeichnet und weist einen erhöhten Zelluloseanteil von bis zu 60 % auf. Bei Nadelgehölzen spricht man von Druckholz; dieses enthält deutlich weniger Zellulose, meist nur etwa 30 %.
— - Als entscheidender Faktor für die Bildung von Reaktionsholz gilt vermutlich das Pflanzenhormon Auxin, auch wenn die genauen biologischen Prozesse noch nicht vollständig verstanden sind.
— - In baulichen Anwendungen gilt Reaktionsholz in der Regel als unerwünscht. Traditionell fand es jedoch durchaus spezielle Einsatzbereiche. So nutzten Jäger dieses Holz beispielsweise für Bogenstangen, da seine erhöhte Dichte und Druckfestigkeit die Herstellung belastbarer Waffen ermöglichten.