Schädlings- und Krankheitsbefall ist oft ein Anzeichen, dass sich die Pflanze nicht wohlfühlt. Der Standort passt ihr nicht oder sie wird falsch gepflegt. Wir Gärtner:innen müssen deshalb die Ansprüche der Pflanzen wie auch die Schädlinge und Krankheiten kennen.

GÄRTNER GRAF bringt uns dieses Wissen aus der Sicht unseres FEIND.BILDES näher.

Falscher Mehltau

Foto: Department of Plant Pathology, North Carolina State University/Bugwood.org
Mein Name

Falscher Mehltau 
Ordnung Peronosporales

Foto: Elizabeth Bush, Virginia Polytechnic Institute and State University/Bugwood.org 

Mein Pilzrasen sieht der Krankheit Echter Mehltau ähnlich. Aufgrund der anfänglichen Verwechslung werde ich als Falscher Mehltau bezeichnet. Ich bin eine gefürchtete Pilzkrankheit und als solche seit Mitte des 19. Jahrhunderts in der Landwirtschaft bekannt. Ich bestehe aus verschiedenen Arten und bin an einen lebenden Pflanzenwirt gebunden. Bei Rosen heiße ich beispielsweise Peronospora sparsa.

Foto: iStock/Waffle Boo
Wie ich lebe

In Form von Dauersporen überlebe ich längere Zeit im Boden, an Trieben und auf dem Laub. Ist deine Pflanze feucht, dringe ich mit meinen Sporen durch die Spaltöffnungen und offene Wunden in sie ein. Da ich mich innerhalb des pflanzlichen Gewebes ausbreite, nimmst du mich erst wahr, wenn meine Sporen an der Blattunterseite aus den Spaltöffnungen wachsen. Ich bilde dann einen grauen bis bräunlichen Pilzrasen. Auf der Blattoberseite zeigen sich später gelbliche oder braune Flecken. In Blütentrieben sorge ich dafür, dass sie den «Kopf hängen» lassen.

Was ich liebe

Ich bin ein «Schlechtwetterpilz», da mir feuchtmildes Wetter gefällt. So triffst du mich meistens im Frühjahr und Herbst an. Ich bevorzuge krautige Zierpflanzen wie Nelken (Dianthus), Stiefmütterchen (Viola), Primeln (Primula) und Lavendel (Lavandula). Aber auch Gemüse wie Spinat, Gurken oder auch Kohlgewächse habe ich gerne. Bei den Gehölzen befalle ich lediglich Rosen (Rosa), Brombeeren (Rubus) und Weinreben (Vitis).

Was ich nicht mag

Mir gefällt es nicht, wenn die Blätter meiner Lieblingsgewächse immer trocken sind. Deshalb ärgert es mich, wenn du deine Pflanzen mit genügend Abstand setzt, weil dann die Blätter schneller abtrocknen. Aus dem gleichen Grund mag ich es nicht, wenn du morgens nur den Wurzelballen gießt. Düngst du zurückhaltend und nicht einseitig mit Stickstoff, machst du mir das Leben zusätzlich schwer. Zudem sind besonders widerstandsfähige Sorten ein großes Ärgernis für mich.

Wie Du mich vertreibst

Meine Lebensgrundlage entziehst du mir, wenn du das Falllaub und befallene Pflanzenteile entfernst und im Hausmüll statt auf dem Kompost entsorgst. So kann ich mich nicht mehr in deinem Garten verbreiten. Bringst du regelmäßig und vorbeugend Pflanzenbrühen oder Pflanzenstärkungsmittel aus, halte ich mich von deinen Pflanzen fern. Ein Ackerschachtelhalmsud oder eine Knoblauchbrühe – beides selbst hergestellt – finde ich abscheulich. 

Erste Hilfe !

Bist du ratlos? Benötigst du Unterstützung? Melde dich beim Gartencenter in deiner Nähe. Sie kennen sich aus mit wilden Tieren und kranken Pflanzen in deinem Garten.