Mit mehr Wissen hast du in deinem Garten mehr Erfolg. Doch dafür musst du kein Profi sein. Ein paar Tipps und Tricks führen oft schon zu einem erfreulichen Resultat.

GÄRTNER GRAF zeigt in einzelnen Schritten in Wort und Bild, wie es geht.

Kiwi

Kiwi – Pflanzen & pflegen

STEP No 1

Der Standort sollte warm, hell, aber nicht vollsonnig und windgeschützt sein. Ideal ist eine West- oder Südwestwand. Dort treibt die Pflanze später aus und ist besser vor Spätfrost geschützt. Zudem sollte der Wurzelbereich schattig und leicht feucht bleiben.

STEP No 2

Frühjahr ab Mitte April. Die Pflanzgrube sollte mindestens doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Setze die Pflanze so ein, dass der Wurzelballen oben bündig mit dem Boden abschließt. Anschließend gut angießen. Und im ersten Sommer regelmäßig und reichlich gießen.

STEP No 3

Für Minikiwis (A. arguta) spannst du vier waagerechte Drähte. Der unterste Draht verläuft in etwa 40 cm Höhe, der oberste bei rund 160 cm. Die beiden anderen Drähte spannst du in gleichmäßigen Abständen dazwischen. Nach dem Pflanzen lässt du nur den stärksten Haupttrieb stehen. Diesen kürzt du auf etwa 60 cm ein und bindest ihn am untersten Draht fest.

STEP No 4

Im Laufe des Jahres bildet sich ein neuer Haupttrieb. Diesen befestigst du am nächsten Draht und schneidest ihn eine Handbreit darüber ab. Von den Seitentrieben leitest du die zwei stärksten waagerecht in entgegengesetzte Richtungen. Alle anderen Triebe schneidest du ab.

STEP No 5

In den Folgejahren kürzt du die Seitentriebe der Mini-Kiwi auf etwa 40–60 cm ein. Triebe, die bereits Früchte getragen haben, schneidest du auf etwa 5 cm zurück. So entstehen neue Fruchttriebe. Den Haupttrieb kürzt du oben auf etwa 30 cm ein.

STEP No 6

Minikiwis kannst du auch an einem starken Pfahl mit einer Höhe von 1,6 bis 2 Metern ziehen. Die Pflanze windet sich am Pfahl nach oben. Im Herbst nach der Ernte schneidest du die ältesten Triebe auf jüngere Seitentriebe zurück. Im Sommer kannst du zu lange oder störende Triebe jederzeit einkürzen.

STEP No 7

Große Kiwis (A. deliciosa) brauchen ein stabiles Gerüst. Es muss das Gewicht der Früchte tragen können. Schlage dazu etwa 2,5 Meter lange Pfähle im Abstand von 4 bis 6 Metern in den Boden. Spanne drei Drähte in 80 cm, 130 cm und 180 cm Höhe.

STEP No 8

Neue Triebe von großen Kiwi kürzt du im Sommer so ein, dass noch 8 bis 10 Blätter über den Früchten stehen bleiben. Im Winter schneidest du diese Triebe auf 3 bis 5 Augen zurück. Nach 3 bis 4 Jahren entfernst du die alten Fruchtzapfen vollständig und ersetzt sie durch junge Triebe.

STEP No 9

Actinidia deliciosa ist meist winterhart. Trotzdem solltest du die Wurzelzone im Winter mit Tannenreisig oder Jute schützen. Minikiwis (Actinidia arguta) sind vollständig winterhart. Bei Spätfrost im Frühjahr deckst du die Pflanzen mit einem Vlies ab.

Illustrationen: Tetiana Bukhinska

ACHTUNG

Kiwipflanzen sind in der Regel zweihäusig. Das bedeutet, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Damit Früchte entstehen, braucht es deshalb mindestens eine männliche Pflanze in der Nähe der weiblichen Pflanzen. Eine männliche Pflanze reicht für vier bis sechs weibliche Pflanzen aus. Bei einhäusigen Sorten kann eine zusätzliche männliche Bestäubersorte den Ertrag verbessern und für größere Früchte sorgen.

PRAXISTIPP

Große Kiwis (Actinidia deliciosa) kannst du im Oktober oder November ernten. Lass die Früchte möglichst lange an der Pflanze, aber ernte sie vor dem ersten starken Frost. Lagere sie kühl, bis sie weich und reif sind. Wichtig: Lagere Kiwis nicht zusammen mit Äpfeln. Äpfel geben Ethylen ab, dadurch reifen Kiwis zu schnell nach. Minikiwis reifen je nach Sorte schon im September oder Oktober. Du kannst sie direkt essen – ohne Schälen und ohne Lagerung.  

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