Wie überall sorgen Fachbegriffe auch im Garten für Klarheit – allerdings nur, wenn wir diese besonderen Wörter kennen und ihre Bedeutung verstehen.
GÄRTNER GRAF erklärt dir wichtige gärtnerische Begriffe und hilft dir, im Fachjargon mitzureden.
Wildtriebe

Illustration: Tetiana Bukhinska
- Wildtriebe sind Triebe, die unterhalb der Veredelungsstelle aus der Wurzelunterlage einer veredelten Pflanze wachsen. Das kommt vor allem bei Rosen und Obstgehölzen vor.
— - Beim Veredeln wird eine gewünschte, oft besonders blüh- oder ertragreiche Sorte mit einer robusten Unterlage verbunden. Diese Unterlage wird meist wegen ihrer guten Widerstandsfähigkeit und Wuchskraft ausgewählt.
— - Wildtriebe entstehen unterhalb der Veredelungsstelle, am Wurzelhals oder direkt aus der Wurzel. Sie wachsen häufig schneller und kräftiger als die Edelsorte. Bleiben sie unbemerkt, können sie deren Triebe und Blätter zunehmend überwachsen.
— - Entfernt man Wildtriebe nicht, kann die Edelsorte langfristig geschwächt werden oder absterben. Zurück bleibt dann die Pflanze der Unterlage. Wildtriebe sollten deshalb möglichst früh und vollständig an ihrem Ursprung entfernt werden.
— - Dazu legt man bei Bedarf den Wurzelhals frei und entfernt den Trieb möglichst direkt an der Ansatzstelle. Junge Triebe lassen sich vorsichtig nach unten abreißen, sofern sich dabei der gesamte Ansatz lösen lässt. Ein bloßer Schnitt auf Bodenhöhe kann dagegen dazu führen, dass der Wildtrieb erneut austreibt.