Schädlings- und Krankheitsbefall ist oft ein Anzeichen, dass sich die Pflanze nicht wohlfühlt. Der Standort passt ihr nicht oder sie wird falsch gepflegt. Wir Gärtner:innen müssen deshalb die Ansprüche der Pflanzen wie auch die Schädlinge und Krankheiten kennen.

GÄRTNER GRAF bringt uns dieses Wissen aus der Sicht unseres FEIND.BILDES näher.

Kirschessigfliege

Elektronenmikroskop: Martin Hauser/Wikimedia
Mein Name

Mein Name

KIRSCHESSIGFLIEGE 

Drosophila suzukii 

Ursprünglich stamme ich aus Südostasien. 2009 wurde ich erstmals in Europa nachgewiesen. Seit 2011 breite ich mich auch in der Schweiz sowie in Österreich und Deutschland stark aus.

Wie ich lebe
Foto: Katja Schulz/Wikimedia

Bei Temperaturen zwischen 20 und 25 °C vermehre ich mich besonders schnell. Unter diesen Bedingungen dauert meine Entwicklung vom Ei zur erwachsenen Fliege nur etwa 8 bis 14 Tage. Ich befalle Früchte kurz vor der Reife. Mit einer sägeartigen Struktur aus Chitin an meinem Hinterleib ritze ich die Fruchthaut an und lege meine Eier hinein. Meine Larven entwickeln sich im Inneren der Frucht sehr schnell. Dadurch kann es innerhalb kurzer Zeit zu erheblichen Schäden bis hin zu kompletten Ernteausfällen kommen.

Was ich liebe

Ich befalle nicht nur Kirschen, sondern über 100 verschiedene Pflanzenarten. Besonders gerne mag ich weichschalige Früchte wie Erdbeeren, Himbeeren, Holunder, Weintrauben und Kornelkirschen. Milde Winter in Kombination mit feucht-warmen Sommern bieten ideale Bedingungen für meine Vermehrung.

Was ich nicht mag

Kalte Winter mit Temperaturen unter −3 °C sowie sehr heisse und trockene Sommer setzen mir zu. Ausserdem stehe ich stark im Fokus von Forschung und Bekämpfung. In der Schweiz gibt es sogar eine nationale Task Force, die darauf abzielt, meine Ausbreitung einzudämmen. Zudem fühle ich mich in naturnahen Gärten weniger wohl, da ich dort viele natürliche Feinde habe – darunter Schlupfwespen, Vögel, Ohrwürmer und Spinnen.

Wie Du mich vertreibst

Feinmaschige Netze, die rechtzeitig vor dem Farbumschlag der Früchte angebracht werden, verhindern, dass ich an mein Futter gelange. Und eine frühzeitige und konsequente Ernte entzieht mir ebenfalls die Lebensgrundlage: Reife Früchte werden rasch gepflückt, überreife oder beschädigte entfernt und entsorgt. Wird das Laub rund um gefährdete Pflanzen regelmässig ausgelichtet, entstehen trockenere Bedingungen – und genau das verschlechtert meine Entwicklungsmöglichkeiten deutlich.

Erste Hilfe !

Brauchst du Rat und Tat? Melde dich bei deiner Gärtner:in oder beim Gartencenter in deiner Nähe. Sie kennen sich aus mit unwillkommenen Tieren und kranken Pflanzen.